Was steckt hinter einem Persönlichkeitstest bei Internet-Singlebörsen?

Sie haben in sechsjähriger Arbeit den Persönlichkeitstest und das Matching-Verfahren von Elitepartner.de entwickelt. Was war für Sie besonders knifflig und schwierig daran, warum hat es 6 Jahre gedauert? Können Sie konkrete Beispiele nennen?

 

Dipl.-Psych. Volker Drewes antwortet...

Volker Drewes: Nun, die Entwicklung des Elitepartner-Tests und des Matchingverfahrens – denn es handelt sich ja dabei um zwei unterschiedliche Instrumente, hat nicht 6 Jahre gedauert. Die reine Entwicklungszeit hat sich ungefähr über drei Jahre hingezogen; Vorbereitung mit Hilfe von Pretests und folgende Anpassungen eingerechnet. Aber auch danach wurde das Verfahren laufend optimiert. Dies ist natürlicherweise dadurch möglich geworden, dass immer mehr Probanden in die Datenbank aufgenommen werden konnten. Somit hat sich auch die Ausgangslage für eine Optimierung des Verfahrens fortlaufend verbessert.

Wichtige Faktoren:
Kommunikation, Konflikt- und Stressbewältigung, Lebensziele und Interessen

Die Schwierigkeit bei der Erstellung eines solchen Persönlichkeitsstests (Aufgabe 1) besteht in erster Linie darin, die Komplexität der Wirklichkeit – in diesem Fall die Dauer und Qualität von Paarbeziehungen – in möglichst einfacher Form abzubilden. Und zwar so abzubilden, dass sie wissenschaftlichen Standards genügt. Diese Standards sind die so genannten Testkriterien, wie Objektivität, Reliabiltät und Validität (kann man bei Wiki alles googeln :-)).

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Liebevolle Partnerschaft = Erotische Liebe?

Viele Menschen reduzieren Liebe und Partnerschaft auf erotische Liebe. Welche Formen der Liebe gehören zu einer zufriedenen Partnerschaft noch dazu?

Dipl.-Psych. Volker Drewes antwortet...
Dipl.-Psych. Volker Drewes antwortet…

Volker Drewes: Der Mensch mag Kategoriensysteme. Das war schon immer so, denn mit Ein- und Unterteilungen der Welt kann man Angst reduzieren und sich Dinge erklären, die zunächst schwer zu verstehen sind – oder gar für immer im Unklaren bleiben müssen.

So ist es im Grunde auch mit der Liebe. Sie ist eigentlich nicht erklärbar und auch nicht in ein Kategoriensystem zu pressen. Trotzdem sei an dieser Stelle auf die üblichen Verdächtigen hingewiesen. Dies sind meist „Eros“, „Philia“, „Agape“, „Pragma“, „Mania“ und „Ludus“, also die Liebe aus Lust, aus Freundschaft, aus Mitgefühl, aus Berechnung, aus Abhängigkeit und aus Zeitvertreib (meine eigenen, zugegeben etwas verkürzten Interpretationen).

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Welche Eigenschaften sind erforderlich, um überhaupt lieben zu können?

Foto: twinlili, pixelio.de

Erich Fromm schreibt in seinem Buch „Art of Loving“, dass es keine Do-it-Yourself-Rezepte für die Liebe gibt.

Welche Eigenschaften sind bei Männern und Frauen erforderlich, um überhaupt lieben zu können?

 

Volker Drewes: Die „Kunst zu Lieben“ ist in der Tat eine Vielbeschriebene und Geheimnisumwitterte.

Psychologisch gesehen, geht es dabei ja eigentlich um die Fähigkeit, mit anderen Menschen in einen Kontakt zu treten, dass heißt sich selbst zu öffnen und Fremdes an sich heranzulassen. Dann muss man das Eigene mit dem Fremden mischen.

Was bleibt mir von mir selbst, was will ich übernehmen, was lehne ich ab; mag ich lieber Äpfel oder Birnen. Das muss ich schon mal wissen. Wer nicht weiß, wer er ist, also seine eigenen Grenzen nicht zu definieren weiß – und wer nicht weiß, was er mag – der hat schlechte Karten in der Liebe.

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Verlaufen erotische Beziehungen im Internet-Zeitalter nach einem Muster?

Foto: Erwin Lorenzen, pixelio.de

 

Erotische Beziehungen im Internet-Zeitalter verlaufen nach meiner persönlichen Erfahrung sehr häufig nach einem Muster: Es beginnt mit Sympathie, vielleicht folgt eine körperliche Anziehung, man „macht zusammen Liebe“, teilt gemeinsame Interessen.

Nach etwa 6-12 Wochen kommt dann ein markanter Zeitpunkt, bei dem man sich mehr wünscht oder sich Fragen stellt wie:

„Passt der oder die überhaupt zu mir?“„Ist er oder sie vielleicht untreu, oder doch bereits vergeben?“

Wie sehen Sie das, Herr Drewes? Existieren solche Muster/Prozesse überhaupt?

 

Volker Drewes: Natürlich kann es sein, dass man sich selbst in einem sich wiederholenden „Muster“ oder „Prozess“ erlebt.

Aber – mit Verlaub – wie kommen Sie auf 6-12 Wochen, werter Herr Christ?

Ah ja, die eigene Erfahrung 🙂 Damit ist das Stichwort gegeben. Nur durch unsere eigene Erfahrung bekommen wir die notwendige Rückmeldung, die uns sagt, was für ein Typ wir sind, wer zu uns passt und wo möglicherweise unsere Schwachstellen liegen.

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Der „perfekte“ Online-Persönlichkeitstest

Quelle: Eitepartner.de

Könnte man im Zeitalter von Internet und IT nicht den perfekten Persönlichkeitstest entwickeln, der 100% garantiert, dass zwei Menschen zusammen passen?

 

Volker Drewes: Eine schöne, angenehm ironisch formulierte Frage. Nein – könnte man nicht, und das ist auch gut so.

Wenn man es könnte, dann hätten wir es wohl mit einer Art neuer Spezies zu tun, die nach bestimmten Programmen abläuft, vielleicht ist es ja in einigen Jahrhunderten soweit, weil wir dann möglicherweise auch andere menschliche Eigenschaften im Griff haben müssen, so die Neigung, sich immer wieder gegenseitig den Schädel einzuschlagen.

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Partnerwahl: Rolle von Familie, Gesellschaft – und Internet

Foto: Tomizak, pixelio.de

Welchen Einfluss haben Gesellschaft, die eigene Herkunftsfamilie und die Medien, vor allem das Internet, bei der Partnersuche?

Volker Drewes: Partnersuche ist immer eingebettet gewesen in das soziale Umfeld und war nie allein von biologischen Faktoren abhängig. Das ist wirklich ein weites Feld.

Zunächst definiert ja die Gesellschaft ihre Rollenerwartungen an die zugehörigen Individuen.

So gab es ja im vorletzten Jahrhundert zwar die romantische Liebe in der Literatur – in der Lebensrealität herrschte aber das Ökonomieprinzip vor. Man heiratete, weil man mußte, weil es sich so gehörte (ungewollte Schwangerschaft), um Vorsorge für das Alter zu treffen, um eine Sippe vor Machtverlust zu schützen etc. etc.

So wurde eben auch ein Lebenspartner ausgesucht oder zugeführt; man selbst hatte eigentlich wenig Freiheiten, erwartete dies aber auch nicht. Die Geschlechterrollen sorgten für ein Übriges.

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Partnersuche: Narzisstische trifft Abhängige Persönlichkeit

Foto: Südberliner, pixelio.de

Angenommen … ein Mensch mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung trifft auf einen anderen Menschen mit einer abhängigen Persönlichkeitsstörung.

Welche Risiken sind bei solch einer Bindung zu erwarten? Worauf sollte man – bei dem Beispiel – achten?

Volker Drewes:
„Es ist gar nicht schwer mich zu täuschen, denn ich täusche mich so gern.“

Das etwas frei aus dem Russischen übersetzte Zitat von Puschkin beschreibt ganz schön, worum es hier geht: die Selbsttäuschung und damit auch die Täuschung meines Gegenübers.

Wohlgemerkt: hier liegt (meist) keine böse Absicht vor. Ein Mensch mit einer, wie auch immer gearteteten Persönlichkeitsstörung „weiß“ ja nichts – oder wenn, nur wenig – davon. Das macht es auch so schwer, zu Einsicht und Veränderung zu kommen.

Wie kann man sich vor unliebsamen Überraschungen schützen?

Was uns hier in erster Linie interessiert ist aber ja nicht die Frage nach Diagnose und Heilung. Sondern vielmehr die praktische, pragmatische Fragestellung, wie wir uns beim Kennenlernen bzw. Neubeginn einer potentiellen Partnerschaft etwas besser vor unliebsamen Überraschungen schützen können.

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