Bedeutet eine zufriedene Partnerschaft Arbeit?

Foto: Wolfgang Dirscherl  / pixelio.de
Foto: Wolfgang Dirscherl / pixelio.de

Heute las ich in einem provokanten Blogartikel u.a. zum Thema „Arbeit in Beziehungen/Partnerschaften“ folgende Zeilen, die mich dazu anregten nochmals nachzudenken und zu recherchieren.

PS: Weitere Meinungen aus dem Internet findest Du am Ende dieses Artikels.

Madama Vaillant erwähnt auch, dass eine Ehe „keine leichte Sache“ ist. Hätte nur noch gefehlt, dass noch kommt „Liebe / Beziehung ist Arbeit“.

Meine ganz ehrliche Meinung:

eine Beziehung, die von Liebe und Respekt getragen wird, ist niemals Arbeit. Nie, nie und nochmals nie!

Leider liest man derlei fragwürdige Statements allethalben. Für mich ausgemachter Unsinn. Denn im Gegensatz zur Arbeit, im Sinne von Broterwerb, die sich viele Leute tatsächlich nicht wirklich aussuchen können oder öde finden, sucht man sich seinen Partner ja aus.

[….]

Und das macht man, weil man sich mit diesem einen Menschen ein Leben in Liebe und Harmonie vorstellt. Niemand geht eine Beziehung zu jemanden, den er liebt ein, weil er dann „dran arbeiten“ möchte. Wenn dieser Punkt eintritt, ist die Beziehung eigentlich schon vorbei.

PS: Die Bloggerin bezog sich in ihrem Artikel auf ein Interview mit der französischen Buchautorin Maryse Vaillant.

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Liebevolle Partnerschaft = Erotische Liebe?

Viele Menschen reduzieren Liebe und Partnerschaft auf erotische Liebe. Welche Formen der Liebe gehören zu einer zufriedenen Partnerschaft noch dazu?

Dipl.-Psych. Volker Drewes antwortet...
Dipl.-Psych. Volker Drewes antwortet…

Volker Drewes: Der Mensch mag Kategoriensysteme. Das war schon immer so, denn mit Ein- und Unterteilungen der Welt kann man Angst reduzieren und sich Dinge erklären, die zunächst schwer zu verstehen sind – oder gar für immer im Unklaren bleiben müssen.

So ist es im Grunde auch mit der Liebe. Sie ist eigentlich nicht erklärbar und auch nicht in ein Kategoriensystem zu pressen. Trotzdem sei an dieser Stelle auf die üblichen Verdächtigen hingewiesen. Dies sind meist „Eros“, „Philia“, „Agape“, „Pragma“, „Mania“ und „Ludus“, also die Liebe aus Lust, aus Freundschaft, aus Mitgefühl, aus Berechnung, aus Abhängigkeit und aus Zeitvertreib (meine eigenen, zugegeben etwas verkürzten Interpretationen).

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Projektionen in Liebesbeziehungen: Mein Partner als Spiegeldbild

Bei manchen Beziehungskonflikten machte ich meiner Partnerin Vorwürfe und war wütend auf sie. In Wirklichkeit aber war die Kritik an mich selbst adressiert, etwas störte mich an mir selbst oder ich hatte mich über eine andere Personen geärgert, vielleicht sogar über eine Ex aus der Vergangenheit.

Auch erlebte ich, dass sich eine Ex-Partnerin plötzlich bei mir meldete und mir erneut Vorwürfe machte, mich kritisierte – obwohl sie in Wirklichkeit wütend auf ihren Neuen war.

Oder, dass die neue Affäre plötzlich heftig auf mir rumhackte, obwohl kein Grund existierte. Später stellte sich heraus, dass sie immer noch wütend auf ihren Ex war.

Oder, dass ich etwas ganz bestimmtes an einer neuen Frau liebte, später dann realisierte, dass ich genau das an mir selber liebe – und die neue Frau in Wirklichkeit gar nicht zu mir passte.

Psychologen sprechen in solchen Fällen – als Laie formuliert – von „Projektion“. Zu diesem Thema stieß ich vor einigen Jahren im Internet mal auf die „4 Spiegelgesetze“. Ich kenne den Urheber leider nicht, aber die „4“ kursieren seit vielen Jahren im Netz und werden immer wieder gerne zitiert.

Diese vier einfachen „Richtlinien“ helfen bei negativen – oder auch positiven – Gefühlen für andere Menschen, vor allem für den Lebenspartner, zu erkennen, ob nicht eine Spiegelung stattfindet. Vielleicht erkennst Du Dich selbst wieder und vermeidest damit Ärger, Streit – oder gar falsch verstandene Liebe.

Hier die „4 Spiegelgesetze“, sprachlich nur ein wenig von mir angepasst:

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‚Wer passt zum Wem?‘: Kriterien bei der Partnerwahl

Foto: Manuala Maar, pixelio.de

Welche bewussten aber auch unbewussten Kriterien spielen bei der Partnerwahl eine Rolle?

Volker Drewes: Bei der Partnerwahl spielen sehr viele unterschiedliche Kriterien eine Rolle. Welche dies sind und welchen Stellenwert sie jeweils haben, ist seit Jahrzehnten eine immer wieder neu aufgegriffene Fragestellung, vor allem der Sozialpsychologie, aber auch der Evolutionspsychologie, einer Wissenschaftsrichtung, die Erkenntnisse aus dem biologischen und dem psychologischen Bereich zusammenbringt.

Zunächst einmal läßt sich sagen, dass die Kriterien bei der Partnerwahl auch immer vom gesellschaftlichen Kontext abhängig sind, so dass eben auch kulturelle Aspekte – je nach Einfluß auf das Individuum – eine große Bedeutung haben.

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Ist ewige Treue und Partnerschaft überholt?

Foto: JMG, pixelio.de

52% aller deutschen Paare glauben an die „ewige Liebe“. Dem gegenüber steht eine ziemlich hohe Scheidungsquote, sowie etwa 12 bis 17 Mio. Singles und zirka 2500 deutschsprachige Online-Singlebörsen, -Partnervermittlungsagenturen und -Seitensprungplattformen. Ist das Modell bzw. der Traum von der „ewigen Liebe“ überholt und existieren stattdessen nicht längst neue Beziehungsformen wie „Lebensabschnittsgefährten“?

Volker Drewes: Der Glaube an die „ewige Liebe“ ist ja zunächst etwas, das sehr schön klingt und erst einmal positive und hoffnungsvolle Gefühle weckt. Inhaltlich hat dies zum einen mit dem Konzept der „romantischen Liebe“ zu tun, die sich historisch erst im letzten Jahrhundert entwickelt hat. Vorher war die Ehe eher eine Einrichtung, die rationalen Beweggründen untergeordnet war. Man heiratete, um sich versorgen zulassen, für den Nachwuchs zu sorgen oder eine Dynastie abzusichern. Die Gefühlslage der Beteiligten spielte eine untergeordnete Rolle, obwohl natürlich die Idee der Liebesheirat schon viel früher existiert hat – nur hat man dies denjenigen überlassen, die es sich leisten konnten oder seine Phantasie an Romanfiguren entzünden lassen.

Dies änderte sich vor allem im Zusammenhang mit der Emanzipation der Frau und der zunehmenden Befreiung des Individuums in den westlichen Gesellschaften. Jetzt heißt es: was für einige wenige gilt, soll auch für mich gelten.

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Die Sache mit dem Bauchgrummeln, dem Herzschmerz … – und der Psychosomatik

Foto: Gerd Altmann, pixelio.de

Hätte ich besser frühzeitig auf mein Bauchgrummeln gehört. Das hätte mir viel Schmerz in der letzten Beziehung erspart. Künftig läuft das anders!

Hinterher ist man immer schlauer …

Unser Körper bietet ein umfassendes Warnsystem für den Fall der Fälle, wie nachfolgende Geschichte zeigt.

Hilft unser Wissen aber wirklich – oder spielt uns die Natur immer wieder nur einen Streich?

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