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Das Selbstwertgefühl entscheidet weitgehend über das Schicksal eines Menschen. Derjenige, der sich als wertvoll einschätzt, wird ganz anders auftreten und von vornherein viel Gutes von seiner Umwelt erwarten. Ein Mensch, der sich als Kind nicht wirklich geliebt fühlte, konnte kein ausreichendes Selbstwertgefühl entwickeln. Die damit einhergehende ausgeprägte Selbstwertproblematik bildet die Basis, auf der Suchtkrankheiten entstehen können. Aus psychoanalytischer Sicht stellt die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit einen Selbstheilungsversuch dar. Das lässt sich auch auf alle anderen Formen von Abhängigkeiten übertragen.

Manche Menschen fühlen sich derart unwert, dass sie glauben, keinerlei Existenzberechtigung zu haben. Um dennoch überleben zu können, sind sie dringend auf einen äußeren Halt angewiesen. Häufig wird ein solcher Halt im Partner gesucht. Dieser soll das schwache Selbstgefühl mit seiner vermeintlichen Stärke aufwerten. Die Abhängigkeit kann unter diesen Voraussetzungen in ihrer Tragweite der Abhängigkeit eines Säuglings von der Mutter gleichkommen. Das Verlassenwerden wird deshalb geradezu mit Todesangst assoziiert. Eine Trennung ist unter diesen Umständen gar nicht vorstellbar. Vor diesem Hintergrund wird nachvollziehbar, weshalb diese Menschen wie durch eine „psychische Fessel“ an ihre Partner gebunden sind. Und es erklärt, weshalb sich viele Menschen auch aus der qualvollsten Verbindung nicht befreien können.

Lesen Sie im nächsten Teil unserer Serie ‘Beziehungssucht’:

Warum haben Beziehungsabhängige ein Problem mit Nähe?


 
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