Was ist überhaupt so „schmutzig“ am „schmutzigen Sex“?

"Männer sind Schweine - "Foto: Janusz Klosowski, pixelio.de
Foto: Janusz Klosowski, pixelio.de

Schmutziger Sex ist für manche Menschen besonders gut. Wir möchten gerne vom Sexualcoach Silke Maschinger wissen, was denn überhaupt so „schmutzig“ an „schmutzigem Sex“ ist, und was überhaupt guten Sex ausmacht.

maschingerSilke Maschinger: Mach dich nicht schmutzig, fass das nicht an, wasch dir die Hände, spring nicht in die Pfütze. Diese Sprüche hat garantiert jedes Kind mehrfach gehört. Einerseits sind das natürlich auch wichtige Hygiene-Regeln, andererseits nimmt es einem auch die Lebendigkeit, die Lust, im Feuchten zu wühlen, mit den Händen dahin zu fassen, wo es schmatzt und knatscht. So lernt das Kind, was schmutzig ist, hält sich zurück und lernt Sauberkeit.

Wie immer kommt es darauf an, in welchem Maße man zur Sauberkeit erzogen wird. Doch wenn aus Sauberkeit Sterilität wird, kann es dazu führen, dass auch die sexuelle Lust als schmutzig empfunden wird, denn beim Sex geht es feucht zu: Fremde Haut, vielleicht Schweiß, Feuchtigkeit bei der Frau, Lusttropfen bzw. das Ejakulat beim Mann.

Schmutziger Sex ist für jeden Menschen etwas anderes. Für den einen ist es Schweiß, für den anderen Dirty Talk, für wieder andere ist es Analsex. Manche mögen schmutzigen Sex nicht, weil sie ihn ekelig oder unmoralisch finden. Andere mögen ihn, weil gerade das Schmutzige so anturnt.

Die Freude an schmutzigen Sex ist die Lust an der Grenzüberschreitung. Die Freude daran, jetzt tun zu können, was Spaß macht, ohne dass die Eltern (oder die Gesellschaft) einen daran hindern. Man könnte sagen: das innere Kind hat seine Freude daran, im Erwachsenenspiel über die Stränge zu schlagen. Es ist dann ein Trotzverhalten. Gerade weil es verboten ist, gerade weil man es nicht so machen soll, genau das ist der Spaß daran. Man reizt die Grenzen aus, überschreitet sie und findet Gefallen daran.

Sex ist nur schmutzig, wenn er richtig gemacht wird„. Dieses Zitat von Woody Allen kennen wohl die meisten. Schmutzig ist dann ein Synonym für guten Sex. Das steht dann einfach nur dafür, dass er unkontrolliert, lustvoll und frei von gesellschaftlichen oder moralischen Werten ausgelebt wird.

Jeder Mensch hat seine eigene Definition von gutem Sex. Ich würde sagen: Guten Sex macht aus, dass die beteiligten Partner sich damit wohlfühlen, Freude und Lust empfinden. Ganz egal, ob schmutzig, oder sauber.

Über unsere Interviewpartnerin:

Sexcoach, Sozialwissenschaftlerin, Moderatorin und Kolumnistin: Silke Maschinger. Sexcoach, Sozialwissenschaftlerin, Moderatorin und Kolumnistin. Sie schreibt in der Erotikbörse Joyclub, betreibt selber das Erotikportal Erosa und moderiert den Erotischen Salon in Berlin.

 

2 Gedanken zu „Was ist überhaupt so „schmutzig“ am „schmutzigen Sex“?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.