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Viele Betroffene erkennen erst im relativ hohen Erwachsenenalter, dass etwas in ihren Beziehungen nicht stimmt. Wie kommt das?

Hier spielt sicher zunächst die Hoffnung eine große Rolle. Ein zwanzigjähriger Mensch, der mehrfach „Unglück in der Liebe“ hatte, schaut sich um und erkennt, dass er nicht der Einzige ist, der noch nicht den richtigen Partner gefunden hat. Auch ein dreißigjähriger Mensch kann noch immer „auf den Richtigen“ hoffen. Im Laufe der Jahre verändert sich das. Wenn dieser Mensch dann sein 40. Lebensjahr vollendet hat und immer noch nicht das ersehnte „Glück in der Liebe“ gefunden hat, regen sich schon ernstere Zweifel. Viele Betroffene fühlen sich durch die erlebten Beziehungserfahrungen inzwischen so verletzt, dass sie sich nicht mehr so leicht auf jemanden einlassen können. Die Phasen des Single-Daseins verlängern sich.

Von nun an wird auch die Zeitspanne immer größer, auf die sie zurückblicken können. Sie stellen sich von nun an immer öfter die Frage, ob da womöglich etwas nicht stimmt. Sie werden nach Gründen suchen und eine vage Ahnung davon bekommen, dass ihr „Pech in der Liebe“ mit ihnen selbst zusammenhängt. Die Ursache in sich selbst zu lokalisieren ist jedoch mit sehr unangenehmen Gefühlen, vor allem auch mit Ängsten verbunden. Würde doch im Falle eines Bewusstwerdens der alte bislang verdrängte Schmerz an die Oberfläche kommen. Darauf sind die Betroffenen – falls sie sich in keiner Therapie befinden – nicht vorbereitet. Deshalb wird jede Erkenntnis erst einmal wieder „wegrutschen“. Bei manchen Menschen dauert es deshalb sehr lange, bis sie sich nichts mehr vormachen können. Andere wiederum wehren sich zeitlebens hartnäckig gegen solche Einsichten und geben weiterhin den anderen die Schuld für das eigene Unglück. Das schützt sie vor dem alten Schmerz – aber es hindert sie gleichzeitig auch, etwas dagegen zu tun.

Lesen Sie im nächsten Teil unserer Serie ‘Beziehungssucht’:

“Wie entsteht Beziehungsabhängigkeit?”

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Hinweise zu medizinisch-therapeutischen und sozialen Nebenwirkungen.

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