Tipps für gesunde Trennungsaggressionen

Foto: Wilhelmine Wulff, pixelio.de
Foto: Wilhelmine Wulff, pixelio.de

In meinen letzten Gedanken zum Tag zum Thema „Trennung“ schrieb ich über den stillen Abschied vom Ex-Partner und schlug vor, sich bei ihm zu bedanken. Sicherlich funktioniert das nicht in allen Fällen und braucht seine Zeit.

Gerade Paare, die sich im Streit getrennt haben oder bei denen Verletzungen aus der Beziehung sehr tief sitzen, sollten sich eher davor hüten, dem oder der Ex dafür auch noch zu danken.

Trennungsaggressionen sind in dem Falle eine natürliche und gesunde Reaktion – ohne jedoch körperliche Gewalt auszuüben. Nur wer hassen kann, ist später auch in der Lage, zu verzeihen, schrieb der Psychotherapeut Heinz-Peter Röhr in einem seiner Bücher.

Ebenso rät die Psychotherapeutin Stefanie Stahl in ihrem Buch „Jein!“ den Ex-Partnern von Bindungsängstlichen zu Trennungsaggressionen, um die – zumeist sehr leidvolle – Beziehung zu überwinden.

Drei simple Tipps für gesunde Trennungsaggressionen aus schmerzhaften Beziehungen…

Foto: Thorben Wengert, pixelio.de
Foto: Thorben Wengert, pixelio.de

Hassen Sie den oder die Ex! Warum lieben Sie den Scheißkerl oder das Miststück noch? Vielleicht weil er es jahrelang mit Ihrer besten Freundin getrieben hat oder sie Ihnen im Kopf schon lange untreu war, sie Liebe nur vorgetäuscht hat? Für den Schmerz, den er oder sie Ihnen zugefügt hat? Nein! Hassen Sie Ihren Ex-Partner ruhig einmal. Ohne es ihm zu sagen oder ihm gegenüber anderweitig auszudrücken. Machen Sie Sport, oder rennen in einen Wald, treten gegen einen Baum und lassen dort Ihren Hass, statt ihn am Tankwart oder an der Verkäuferin im Supermarkt abzulassen. Aber: Finger weg vom Alkohol! Mir hilft beispielsweise Schreiben. Hass ist nicht Wut, Hass ist das Gegenteil von Liebe. Nur wer hassen kann, wird später – still und leise – verzeihen können. Das schafft nach meiner Erfahrung dauerhaften, inneren Frieden. Während der oder die Ex vielleicht weiter leiden muss…

Liste der eigenen, verletzten Gefühle aufschreiben! Stefanie Stahl rät in ihrem Buch „Jein!“ dazu, sich eine Liste mit negativen Erfahrungen sowie Eigenschaften des Ex-Partners anzufertigen und sie mit sich zu tragen. Und sie zu lesen, wenn positive Gedanken auftreten oder Sie sich gar wieder Hoffnung machen sollten. Seien Sie absolut schonungslos. Seien es die dreckigen Socken vom Ex, die Sie immer gehasst haben – oder ihre Piepsstimme, wenn sie Sie mal wieder abgrundtief verletzt hat.

Alle Sachen aus unmittelbarer Reichweite entfernen oder vernichten! Nichts sollte Sie mehr an den Scheißkerl oder das Miststück erinnern! Doch vernichten Sie nicht die schönen Erinnerungen: sie sind ein Teil Ihres Lebens. Und Ihr Leben gehört Ihnen, nicht dem oder der Ex. Entfernen Sie Fotos oder andere schöne Erinnerungsstücke aus Ihrem Alltag, verstauen Sie sie gut, vielleicht auf dem Dachboden oder bei einem Freund. Handelt sich beispielsweise um (nicht wertvolle) Kleidungsstücke, verbrennen Sie sie und sehen, wie der Hass in den Flammen lodert. Wenn Sie aus tiefem Herzen verziehen und Ihren Frieden gefunden haben, während der Ex-Partner vielleicht noch leidet, können Sie sich an den schönen Erinnerungen erfreuen. Es braucht Zeit und Geduld, aber „glauben Sie mir: es wird Ihnen besser gehen!“ (Zitat Stefanie Stahl aus ihrem Buch „Jein!“)

5 Gedanken zu „Tipps für gesunde Trennungsaggressionen“

  1. Das Gegeteil von Liebe ist NICHT HASS!!! Sondern Angst!!! Denk da mal drüber nach…Hass liegt ganz „nah“ an der Liebe dran! ANGST ist das Gegeteil von Liebe.

    Schade das Verfassers dieses Textes den Unterschied nicht kennt.

  2. @Dani: Woher weißt Du, das „Angst“ das Gegenteil von „Liebe“ ist?

    Steht nicht jedes der fünf Grundgefühle für sich da, ohne das Gegenteil der anderen zu sein?

    Wut, Trauer, Schmerz, Angst und Liebe – Gefühle, die auch parallel auftreten, oder können?

    Aber wer hasst, der hat auch mal geliebt, oder?

  3. Liebe und Hass wachsen auf dem selben Ast, besagt ein chinesisches Sprichwort.
    Das Gegenteil von Liebe bzw. Hass ist die Gleichgültigkeit…

  4. Erich Form, der in den 50ern über die „Kunst des Liebens“ geschrieben hat, bezeichnet den Narzissmuss als das Gegenteil der Liebe, was nicht Hass bedeutet.

    Wir wahr, was Du von den Chinesen beschreibst, zumindest aus meiner Erfahrung. Liebe und Hass liegen so nahe zusammen.

    Die Gleichgültigkeit kann sich schnell in der Verhöhnung, dem falschen Stolz – oder dem Schweigen äußern, was fast einem Mord gleichkommt.

  5. Abgrundtiefe Angst, weiterhin und u. U. mit körperlicher Aggression niedergemacht zu werden war mein Grund, nach über 40 Jahren und davon über 30 Jahren täglicher verbaler Attacken meine Angelegenheiten zu regeln und – ohne ein Gespräch mit ihm – heimlich zu flüchten.

    Diese Angst ist im Verlauf von 6 Jahren fast gewichen. Doch die hohe Abneigung, Angst vor wieder auftretender körperlicher Gesundheitsprobleme lassen auch heute von meiner Seite her keinerlei Aussprache zu.

    Mitleid hat sich breit gemacht, denn ich war wohl schon lange der zu bekämpfende Mutterersatz. Er hat seine Mutter verurteilt, gehasst?? für ihre psychische Erkrankung, ihr Fremdgehen … Er wird wohl eher keinen Frieden finden.

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