War Sadomasochismus schon immer ein Bestandteil menschlicher Kulturen?


„Ist SM ein Bestandteil menschlicher Kulturen, wenn ja, warum? Gab es Hochkulturen, in denen besonders viel SM praktiziert wurde? Woran lag das?“, fragen wir die Berliner Sozialpädagogin und Sexualtherapeutin Bettina Utzler.

bvuBettina Utzler: SM wird in der heute vermarkteten Form sicherlich in keiner Hochkultur bekannt gewesen sein. Sadomasochistische Praktiken, wie beispielsweise das Auspeitschen – die Flaggelation – werden jedoch in vielen Kulturen und in praktisch allen Zeitaltern beschrieben.

Schon das Kama Sutra (ca. 300 nach Christus) stellt vier Schlagarten beim Liebesspiel mit den dazugehörigen Körperregionen vor. Dabei weist der Text darauf hin, dass Schlagen, Beißen und Kratzen während des Geschlechtsverkehrs nur einvernehmlich geschehen darf- eine feststehende Regel unter SMern, die in dieser Schrift so zum ersten Mal auftaucht.

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Wann ist Sadomasochismus für Paare empfehlenswert?

Foto: S. Hofschlaeger, pixelio.de
Foto: S. Hofschlaeger, pixelio.de

 

In unserer Sadomasochismus-Serie möchten wir heute von dem Psychologen und Sexualtherapeuten Robert A. Coordes wissen, wann SM für Paare empfehlenswert ist. Herr Coordes, würden Sie Paaren SM empfehlen? In welchen Fällen? Wann eher nicht?

racRobert Coordes: Manche Paare spielen in ihrem Alltag SM, ohne dass es ihnen bewusst wäre. Sie bewegen sich unbewusst zwischen Macht, Ohnmacht, Bestrafung und Rache und kommen in Paartherapie, um Auswege aus dauerhaften Streitereien oder die Flaute im Bett zu finden.

In diesem Fall kann es sinnvoll sein, bewusst Szenarien zu gestalten, in denen es um Macht oder Hingabe geht. Bewusst initiierte Szenen können sexuelle Handlungen beinhalten oder auch nicht. Manchmal gewinnen Paare bereits tiefgreifende Erkenntnisse, wenn einer der Partner in dominanter Weise seine Bedürfnisse ausdrückt und deren Erfüllung einfordert. Auch wenn ein Partner sich andererseits in der „Alltags-Beziehung“ eher unterwürfig zeigt, so kann eine große Herausforderung darin bestehen, Befehle des anderen ohne Widersprüche auszuführen.

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Sind Männer eher sadistisch und Frauen eher masochistisch?

'Foto: Ich und Du', pixelio.de
‚Foto: Ich und Du‘, pixelio.de

„Sind Männer eher sadistisch, Frauen eher masochistisch?“

Im zweiten Teil unserer neuen Serie zum Thema ‚Sadomasochismus‘ richten wir die Frage wieder an die Diplom-Sozialpädagogin Bettina Uzler und an den Diplom-Psychologen Robert Coordes.

bvuBettina Uzler: Nein, diese eindeutige Zuordnung im Sinne von Frau= rezeptiv=masochistisch oder Mann=dominant=sadistisch, lässt sich in unserer Praxis nicht bestätigen. Sicher ist für Männer eine Neigung in Richtung „Sadismus“ nach wie vor eher sozial erwünscht und auch für Frauen gilt in einigen Regionen weiterhin eher der gesellschaftliche Anspruch, sich dem Manne „Untertan zu machen“ und sich der männlichen Führung hinzugeben. Eine masochistische Neigung bei Männern wurde gesellschaftlich eher zwiespältig betrachtet und tabuisiert, eine dominante bei der Frau ebenfalls. In unserer sexual- und paartherapeutischen Praxis berichten allerdings ebenso Männer von der Sehnsucht nach Hingabe wie auch Frauen von der Fantasie, sich dominant zu betätigen und z.B. Männer zu unterwerfen. Auch die verschiedenen Studien, die im Bereich der BDSM-Subkultur durchgeführt wurden, lassen keine eindeutigen Aussagen darüber zu, dass Masochismus eher weiblich und Sadismus eher männlich ist.

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Ist Sadomasochismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen?

Foto: Espressolia, pixelio.de
Foto: Espressolia, pixelio.de

In Deutschland wurde Sadomasochismus bzw. BDSM in den letzten Monaten zu einem Thema, das offenbar in der „Mitte der Gesellschaft“ angekommen ist. Frauen bekannten sich in der BILD am Sonntag im Frühjahr offen zu ihrer SM-Neigung. Ausgelöst durch die Trilogie von „Shades of grey“, deren Bücher sich in Deutschland bisher rund 6 Mio. verkauft haben? Oder steckt in uns Allen ein wenig Sado-Maso?

Unsere erste Frage in der neuen Serie ‚Sadomasochismus‘ an die Diplom-Sozialpädagogin Bettina Uzler und an den Diplom-Psychologen Robert Coordes…

 

rac Robert Coordes: Ja, der Erfolg der Shades of Grey-Trilogie zeigt, dass sado-masochistische Neigungen offensichtlich gesellschaftsfähig geworden sind und das heute weitaus freizügiger darüber gesprochen werden kann als vielleicht jemals zuvor.

Unser Bild von Sexualität ist immer auch gesellschaftlich und kulturell beeinflusst. Was uns sexuell erlaubt ist und was nicht, worüber wir sprechen dürfen und worüber nicht, was als normal und was als abnorm gilt, was für Männer und Frauen sexuell erstrebenswert scheint, ist abhängig von gesellschaftlichen Konventionen und kulturellen Werthaltungen.

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Partnerschaft: Was ist überhaupt erotische Liebe, was nicht?

Foto: Klaus Steves, pixelio.de
Foto: Klaus Steves, pixelio.de

Wer sich sehr oft darüber beklagt, immer an den Falschen zu geraten, macht offenbar etwas nicht richtig.

Nur wer mit sich selbst im Reinen ist, wird auch in einer Partnerschaft glücklich sein, oder?

Wer stets eine perfekte, glückliche Beziehung sucht, wird auch stets enttäuscht, sich schon bald wieder verlassen fühlen, vielleicht vor Wut schnauben – und erneut den Mangel spüren, den man mit einer Beziehung (unbewusst) ausgleichen wollte.

Vielleicht die fehlende Aufmerksamkeit, die einem als Kind zu teil wurde. Ein Mangel an Liebe. Später – als Erwachsener – vor allem der Mangel an Selbstliebe. Sich selbst lieben zu lernen, ist eine schwierige Aufgabe, die viel Geduld erfordert, eine lebenslange Aufgabe, die aber keine Perfektion verlangt.

Manche Menschen ziehen es aber eher vor, in einer Traumwelt zu bleiben und beim scheitern einer neuen Beziehung dem oder der Ex alle Schuld zuzuweisen.

Und dann?
Immer wieder an die oder den Falschen …
„Same procedure as every year“.
Eine Endlosschleife!

Wer sich selbst lieben kann und – erst dann – die „Kunst der erotischen Liebe“ lernen möchte, sollte ein geduldiger Schüler sein und sich die Gedanken der Menschen anhören, die sich intensiv damit beschäftigt haben.

Einer von ihnen ist Erich Fromm, der 1957 sein Buch „Art of Loving“ (Die Kunst des Liebens) veröffentlichte. Darin benennt er fünf Formen der Liebe, unter anderem „Die erotische Liebe“.

Mit freundliche Genehmigung des Rowohlt-Verlages zitiere ich aus der deutschsprachigen Ausgabe bei uns im Blog aus diesem Kapitel. „Erotische Liebe – Was sie ist, was nicht“.

Viel Vergnügen!

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Drei Frauen gleichzeitig lieben – und dabei treu sein?

Foto: D. Kreikemeier, pixelio.de
Foto: D. Kreikemeier, pixelio.de

Vor einiger Zeit hatte ich ein Liebesverhältnis mit drei Frauen gleichzeitig. Klingt für manche Männer wie ein Traum, oder? Ein sehr ungewöhnliches Erlebnis, das ich niemals vergessen werde – und ein schönes Beispiel für die unterschiedlichen Facetten der Liebe.

Eine der drei Frauen hatte seit vielen Jahren einen festen Freund. Sie wollte ihn nicht verlieren – und auch im Bett lief mit ihm alles noch bestens. Aber die reine Wochenendbeziehung reichte ihr nicht. Der Freund wusste nichts von ihrer Untreue. Die anderen beiden Frauen hingegen waren solo.

Alle drei Frauen wussten voneinander – ohne sich zu kennen. Alle drei Frauen hatten – neben mir – noch weitere Sexabenteuer über so genannte „Casual Dating Portale“ wie joyclub.de, von denen ich wusste. Wir hatten das vorher besprochen – und so akzeptiert.

Alle drei Frauen lebten zwischen 50 und 150 Kilometern entfernt. So dass die Kommunikation zwischen uns nicht immer einfach war. Die Entfernung stellte erhöhte Anforderungen an die Kommunikation: klar und offen zu kommunizieren, keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Nicht immer einfach, zugegeben.

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Schlechte Affären und guter Sex

30, 40, 50plus – ein tolles Alter. Vieles sieht man gelassener, macht viele Fehler nicht erneut, vor allem weiß man, was man will, beispielsweise beim Sex.

Aber weit gefehlt, wenn es um Liebe & Beziehung bei vielen Alleinstehenden geht.

Zahlreiche Singles in diesem Alter tummeln sich in Internet-Singlebörsen, oft mehrere Jahre, eine schlechte Affäre folgt der nächsten.

Über die ewige Suche nach dem „Mr. Right“ oder der „Mrs. Right“ … und ein mögliches Erfolgsrezept für eine zufriedene Partnerschaft.

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