Warum stöhnen Menschen beim Sex?

Auf der Website Beautiful Agony – Motto: „Facetten des kleinen Todes“ – sind nur schmerzverzerrte Gesichter von Menschen während eines Orgasmus zu sehen. Was ist so schmerzhaft daran? Und warum stöhnen Menschen eigentlich beim Sex? Tut das weh?

maschingerSilke Maschinger: Der Orgasmus wird im Französischen nicht deswegen kleiner Tod genannt, weil er wehtut, sondern weil der Herzschlag nach dem Sex langsamer wird und der Körper sich entspannt und man danach meist erstmal etwas geschafft ist. Einige schlafen nach dem Sex vor lauter Entspannung ja auch mal gerne ein.

Dass einige Gesichter anscheinend schmerzverzerrt aussehen, liegt aber nicht am Schmerz, sondern daran, dass man die Anzeichen falsch deutet.

Beim Sex wird im ganzen Körper Spannung aufgebaut, die sich dann durch den Orgasmus entlädt. Deswegen ist Sex unter anderem auch so schön, weil man danach so entspannt ist. Die Gesichter zeigen also nur die erotische Spannung, die im gesamten Körper aufgebaut wird.

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Haben Sie selber Erfahrungen mit Polyamorie gesammelt?

Es klingt so einfach, wenn Therapeuten etwas sagen oder schreiben. Haben Sie denn persönliche Erfahrung mit Polyamorie gemacht? Schöne Erfahrungen? Oder tat es manchmal weh, sich eine(n) Partner(in) zu teilen?

Weinreich 2009 originalWulf Mirko Weinreich: Ich mache gerade polyamore Erfahrungen. Ich habe es nie gewollt, aber die neue Liebe passierte mir halt. Ich sah darin aber keinen Grund, warum ich meine langjährige Lebenspartnerin deshalb nicht mehr lieben sollte. Beide Frauen sind sehr, sehr verschieden. Deshalb war ich ziemlich hin- und hergerissen. In dieser Not habe ich von einem Freund ein Buch über Polyamorie geliehen bekommen, was mir geholfen hat, meine Beziehungsvorstellungen in Frage zu stellen.

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Was ist überhaupt so „schmutzig“ am „schmutzigen Sex“?

"Männer sind Schweine - "Foto: Janusz Klosowski, pixelio.de
Foto: Janusz Klosowski, pixelio.de

Schmutziger Sex ist für manche Menschen besonders gut. Wir möchten gerne vom Sexualcoach Silke Maschinger wissen, was denn überhaupt so „schmutzig“ an „schmutzigem Sex“ ist, und was überhaupt guten Sex ausmacht.

maschingerSilke Maschinger: Mach dich nicht schmutzig, fass das nicht an, wasch dir die Hände, spring nicht in die Pfütze. Diese Sprüche hat garantiert jedes Kind mehrfach gehört. Einerseits sind das natürlich auch wichtige Hygiene-Regeln, andererseits nimmt es einem auch die Lebendigkeit, die Lust, im Feuchten zu wühlen, mit den Händen dahin zu fassen, wo es schmatzt und knatscht. So lernt das Kind, was schmutzig ist, hält sich zurück und lernt Sauberkeit.

Wie immer kommt es darauf an, in welchem Maße man zur Sauberkeit erzogen wird. Doch wenn aus Sauberkeit Sterilität wird, kann es dazu führen, dass auch die sexuelle Lust als schmutzig empfunden wird, denn beim Sex geht es feucht zu: Fremde Haut, vielleicht Schweiß, Feuchtigkeit bei der Frau, Lusttropfen bzw. das Ejakulat beim Mann.

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Sadomasochismus: Sexualität eng mit Kindheit und Jugend verbunden

Foto Gabriele Remscheid, pixelio.de
Foto Gabriele Remscheid, pixelio.de

Ich habe bei meinen Recherchen Menschen kennen gelernt, die emotionale und verbale Formen von SM praktizieren, die Lust dabei empfinden, wenn sie andere Menschen mit Worten oder beispielsweise ausbleibenden Handlungen, z.B. Unzuverlässigkeit – oder durch gezielte Untreue verletzen. Ist das überhaupt noch SM? Wie geht man damit als Freund oder Partner um?

bvuBettina Uzler: In der SM-Szene gibt es eine Regel die sich Safe, Sane and Consensual, kurz SSC nennt, zu deutsch „sicher, mit gesundem Menschenverstand und einvernehmlich“.

Grob gesagt bedeutet dies, dass die Spielpartner keine gesundheitlichen Risiken eingehen die sie nicht überschauen können, dass sie Fantasie von der Realität unterscheiden können und das alles in gegenseitigem Einvernehmen geschieht. Die Rahmenbedingungen werden vor dem Spiel besprochen. Es gibt ein „Safeword“ mit dem das Spiel beendet wird, wenn etwas zu weit geht.

All diese Dinge zu klären und zu besprechen bevor man sich auf ein Spiel mit SM-Elementen einlässt bedeutet, dass alle Beteiligten um einen bewussten Umgang mit dieser Situation bemüht sind und dass sie sich mit ihren Fantasien und Wünschen offen auseinander setzen.

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Sexualaufklärung für Erwachsene: Heute ebenso wichtig wie für Jugendliche?

Müssten nicht eher die Aufklärer, also Erwachsene – wie Eltern oder Lehrer – nochmal sexuell richtig aufgeklärt werden? Die klassische Aufklärung beschränkt sich ja eher auf Organbenennung und Funktionen, auf Fortpflanzung und Empfängsverhütung, auf Schutz vor sexuellen Erkrankungen … Sex ist aber weit aus mehr, oder?

Warum sollten sie das überhaupt tun?

 

maschingerSilke Maschinger: Aufklärung ist ein grosses Thema. Zum einen entwickelt sich das Wissen über Sexualität immer weiter, man denke da nur an zum Beispiel den G-Punkt oder die weibliche Ejakulation.

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Wenn Sadomasochismus zur Sucht wird … was tun?

Foto: Thorben Wngeter, pixelio,de
Foto: Thorben Wngeter, pixelio,de

Für mich als Laie klingen „harte SM-Spiele“ eher wie praktizierte Borderline-Techniken zu zweit. Es mag darunter Menschen mit Suchtverhalten geben, die kaum zugänglich und schwer therapierbar sind. Wie kommt man an diese Menschen als Angehöriger heran? Ist das überhaupt sinnvoll?

racRobert Coordes: Wenn Menschen schwer zugänglich erscheinen, dann zumeist daher, weil Ihnen die „verschlossenen“ Bereiche besonders wichtig und schützenswert sind. Dabei geht es nicht immer um Sex oder SM, sondern häufig darum, die eigene Autonomie unter Beweis zu stellen. Sicherlich können eine zunehmende Isolation und suchtartiges Verhalten bei nahen Verwandten oder Freunden Angst machen – doch es liegt in der Natur der Sache, dass wir Menschen, die in dieser Weise nach Autonomie streben, schwer erreichen können. Schließlich versuchen diese sich ja aus wie auch immer gearteten Abhängigkeiten zu lösen und daher besteht auch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass aus Besorgnis angebotene Hilfeleistungen eher auf Ablehnung stoßen.

Fragen Sie sich: Warum will ich überhaupt an jemanden herankommen? Wozu suche ich Zugang, während mir der Zugang offensichtlich verwehrt wird? Welche Motive bewegen mich?

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Reift-trifft-Jung.de:
Nichts für Frauen über 30

RTJ-Screenshot

Wie der Name schon sagt: Die Partnerbörse ‚Reift-trifft-Jung‘ bringt ältere Herren und junge Damen zusammen. Männer lieben bekanntlich jüngere Frauen. Und so mancher Ehemann verlässt im gesetzteren Alter seine Partnerin zugunsten einer wesentlich jüngeren Frau. Ein kleines Porträt über die Internet-Singlebörse Reif-trifft-Jung.

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Nichts für Frauen über 30“
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