von
Jürgen Christ
Stefanie Stahl: Sex ist deshalb in bindungsphobischen Beziehungen oft so ein wichtiges Thema, weil die betroffenen Partner sich nie sicher fühlen. Es ist wie eine ständige Neueroberung: Die Unsicherheit und Angst befeuert die Leidenschaft. Bei den Bindungsängstlichen selbst muss das hingegen nicht unbedingt so sein – sie befinden sich ja häufig auf der Flucht.
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von
Jürgen Christ
Stefanie Stahl: Sex mit Bindungsphobikern hat etwas Unwiderstehliches, weil der bindungsängstliche Partner einem nie sicher ist. Die Partner von Bindungsängstlichen leben zumeist in chronischer Verlustangst. Dies befeuert die Leidenschaft ungeheuer. Die Beziehung mit Bindungsängstlichen bleibt zumeist in der Anfangsphase stecken, wobei sich diese Anfangsphase auch über viele Jahre hinziehen kann. Dies liegt daran, dass der Bindungsängstliche sich nie wirklich auf die Beziehung einlässt und sich hierdurch beim Partner nie ein Gefühl der Sicherheit einstellt.
Bekanntermaßen sind Sicherheit und Leidenschaft ja Gegenspieler, weswegen viele Paare, die in langjährigen und verbindlichen Beziehungen leben, ja häufig einen Mangel an Leidenschaft beklagen. In bindungsängstlichen Beziehungen werden die Partner ständig angefüttert, aber nie satt. Das ist so, wie wenn im Restaurant immer nur die Vorspeise serviert würde und der Hauptgang ausbleibt. Das löst ein ungeheures Verlangen nach Mehr aus, das geradezu süchtig machen kann.
Lesen Sie im nächsten Teil, der am Freitag erscheint:
“Was passiert, wenn beide Partner Bindungsstörungen aufweisen, beispielsweise der eine beziehungsabhängig und der andere bindungsängstlich ist?”
von
Jürgen Christ
In Deutschland gibt es etwa 500.000 sexsüchtige Menschen. Was ist überhaupt Sexsucht? Betrifft es nur Männer und Frauen, die “es” zu oft wollen? Weit gefehlt. Einige Deutsche sind sexsüchtig, ohne es zu wissen. Sexsucht ist nicht erst seit dem deutschen Film “Zweiohrküken” (Til Schweiger) – und der damit verbundenen gesellschaftlichen Aufmerksamkeit – eine ernstzunehmende, medizinisch anerkannte Erkrankung.
Als neuen Autor für “Die kleine Liebesfibel” konnten wir Dr. Bernhard Mäulen gewinnen. Er ist Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie mit eigener Praxis in Villingen im Schwarzwald – und tätig als Paartherapeut.
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