Artikel zum Thema:
'Liebe'

von Jürgen Christ

Welche Hoffnung möchten Sie persönlich Partnern oder Ex-Partnern von Bindungsängstlichen – nach einer Trennung – mit auf ihren Weg geben? Nach Erich Fromm gehört zu einem authentischen Leben: Glaube und Mut, oder?

Stefanie Stahl: An Liebeskummer stirbt man nicht. Der verheilt mit der Zeit. Und dies umso schneller, je weniger Selbstmitleid man sich gönnt. Man sollte im Auge behalten, dass Liebeskummer viel mit persönlicher Kränkung zu tun hat, will heißen: War ICH nicht schön, toll, gut genug? Zu 90% weint man um sich selbst. Es geht also gar nicht so sehr um den oder die Angebeteten, wie man es zu fühlen meint. Ein wesentlicher Anteil der Leidenschaft für Menschen, die man nicht bekommen kann, ist, dass man sie nicht bekommen kann.

Letztlich kann man an einer gescheiterten Beziehung wachsen, indem man versucht sich selbst besser zu verstehen: Nach welchen Kriterien wähle ich meine Partner? Wie viel persönliche Eitelkeit spielt hierbei eine Rolle? Was erwarte ich von einer Partnerschaft? Ganz wichtig ist, dass man lernt, sich soweit in sich selbst zu beheimaten, dass man auch ohne Partnerschaft ein erfülltes Leben führen kann. Dies ist auch die beste Voraussetzung, damit eine Liebesbeziehung gelingen kann.

Meiner Meinung nach ist hierfür das Gefühl der „großen Verliebtheit“ am Anfang der Beziehung auch gar nicht so entscheidend. Viel wichtiger für den langfristigen Erhalt ist, dass man wirklich gut zusammen passt, was die persönlichen Einstellungen, Interessen und Vorlieben betrifft.

Danke für Ihre Zeit!

Stefanie Stahl
Stefanie Stahl ist Psychotherapeutin, Buchautorin und Gerichtsgutachterin in Trier. Ihr neuestes Buch, “Leben kann auch einfach sein! So stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl”, erschien im Herbst.

Lesen Sie in den letzten beiden Teilen unserer Serie:
Trennung von einem bindungsängstlichen Ex-Partner überwinden: “Was jetzt zählt, bist nur DU!”

sowie:

“Krankhafter Narzissmus und Beziehungsabhängigkeit: Sprengstoff für zwei Seelen.”

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Donnerstag, 23.September 2010

Treue und Untreue

von Jürgen Christ

Treue

Die meisten Menschen halten die Treue eines Partners für eine der wichtigsten Eigenschaften. Dabei ist Treue nicht so sehr eine Eigenschaft an sich, sondern treues Verhalten ist vielmehr an die Beziehung gebunden. Sie ist ein Indiz dafür, dass die Beziehung intakt ist. Denn abgesehen von den „notorischen Fremdgängern“, die mit ihren Aktionen versuchen, eine versäumte Ablösung vom Elternteil nachzuholen, sind viele Menschen durchaus treu, solange es in der Beziehung keine bedeutenden Störfelder gibt.
Das heißt, solange zwischen zwei Partnern Eintracht und Harmonie herrscht, sind sie sich in der Regel auch treu. Sie haben – bildlich gesehen – so etwas wie einen imaginären Zaun um sich herum. Ihre Beziehung ist nach außen durch eine durchlässige, aber dennoch sichere Grenzziehung relativ abgeschottet.

Illustration von Barbara Kiesling

Illustration von Barbara Kiesling

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von Jürgen Christ

Seid möglichst glücklich miteinander

Die Co-Autorin der Liebesfibel und Autorin unserer Blogserie zum Thema Beziehungssucht, Dr. Barbara Kiesling, stellt uns freundlicherweise Auszüge aus ihrem neuen Buch ‘Seid möglichst glücklich miteinander‘ zur Verfügung.

In einer ersten zweiteiligen Reihe, die wir in den nächsten Tagen veröffentlichen, beschäftigt sie sich zunächst mit den Themen Treue und Untreue.

Beschreibung des Inhalts: Wer die Voraussetzungen für eine “Himmelsbeziehung” kennt, ist eher in der Lage, selbst eine solche führen zu können. Und wer sich – wie die meisten Menschen – einen treuen Partner wünscht, müsste lediglich wissen, unter welchen Umständen ein Partner treu bleibt. Viele Paare könnten tatsächlich glücklicher sein, wenn sie mehr über das ,,Wesen Partnerschaft” wüssten. In diesem Buch werden sämtliche Antworten gegeben, die auch für Ihre Partnerschaft von Bedeutung sind. Und nicht nur für Filmfans wird die Frage beantwortet, weshalb die Liebe der schönen Scarlet O’Hara ohne Happy End geblieben ist. Das Besondere an diesem Buch ist, dass die wichtigsten Zusammenhänge durch 35 niedliche Illustrationen anschaulich gemacht sind.

Das Buch ist im NOEL-Verlag erschienen, kostet 19,90 Euro, von Dr. Barbara Kiesling und ist bei Amazon erhältlich.

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von Jürgen Christ

Auf den ersten Blick scheint es so, als ob die Situation nie besser war: wer heute einen Partner sucht, für den sind Millionen potentieller Kandidaten nur wenige Mausklicks entfernt. In Singlebörsen, auf Chat-Plattformen und in sozialen Netzwerken sehen wir nicht nur das Foto, sondern auch den Musikgeschmack, die Lieblingsfilme und sogar gemeinsame Freunde. Man könnte sich so auf die Suche begeben, nach dem perfekten Partner. Aber können wir den finden? Auch wenn wir mit jemandem zusammen sind: das Vergleichen scheint nie aufzuhören, weil es in unserer vernetzten Welt immer möglich ist. Die Folge: das Denken, man könne noch jemanden finden, der besser zu einem passt, wird allgegenwärtig – und so wird auf der Suche nach der perfekten Liebe die Liebe selbst unmöglich.

Sven Hillenkamp, früher bei der »Zeit«, schrieb das Buch “Das Ende der Liebe”. Im Interview mit dem Internetradiosender detektor.fm erklärt er, warum.

» Interview mit Sven Hillenkamp bei detektor.fm anhören

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Freitag, 11.Juni 2010

Gedanken zum Tag #4: Danke sagen

von Jürgen Christ

In einer Zeit von Facebook, studiVZ und anderen virtuellen Internet-Communities fällt es uns recht einfach, anderen Menschen zum Geburtstag zu gratulieren. Die Geburtstage sind meist elektronisch in Datenbanken hinterlegt. Unsere virtuellen Freunde werden automatisch daran erinnert, dass wir Geburtstag haben. Seitdem ich in diesen virtuellen Netzwerken aktiver bin, haben mir noch niemals zuvor so viele Menschen gratuliert, darunter auch Menschen, die ich niemals zuvor persönlich kennen gelernt habe. Zu oft sind es automatisierte Glückwünsche, die auch Stress bereiten, weil ich mir nicht dutzende eCards (elektronische Glückwunschkarten) oder jedes Happy-Birthday-Video bei Youtube anschauen kann.

Andererseits verlernen mehr und mehr Menschen einfach nur mal “Danke” zu sagen.

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von Jürgen Christ

„Wir sind hier, weil es letztlich kein Entrinnen vor uns selbst gibt. Solange der Mensch sich nicht selbst in den Augen und Herzen seiner Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht. Solange er nicht zulässt, dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben, gibt es für ihn keine Geborgenheit. Solange er sich fürchtet, durchschaut zu werden, kann er weder sich noch andere erkennen – er wird allein sein.

Wo können wir solch einen Spiegel finden, wenn nicht in unseren Nächsten? Hier in der Gemeinschaft kann ein Mensch erst richtig klar über sich werden und sich nicht mehr als den Riesen seiner Träume oder den Zwerg seiner Ängste sehen, sondern als Mensch, der – Teil eines Ganzen – zu ihrem Wohl seinen Beitrag leistet. In solchem Boden können wir Wurzeln schlagen und wachsen; nicht mehr allein – wie im Tod – sondern lebendig als Mensch unter Menschen.”

Richard Beauvais (1964)

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Sonntag, 04.April 2010

Liebesfibel Version 2.9 erschienen

von Jürgen Christ

Das E-Book “Die kleine Liebesfibel” wurde in der Version 2.9 um das Kapitel “12 Fragen und 12 Antworten zur Beziehungssucht an Dr. Barbara Kiesling” ergänzt.

Diese Fragen und Antworten erschienen bereits hier als einzelne Blogartikel zur Beziehungssucht, sind aber auch gesammelt als Dossier im Format PDF abrufbar.

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