Hat sich unsere Gesellschaft heimlich zu einer hedonistischen SM-Gesellschaft entwickelt?

Foto: D.Braun, pixelio.de
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Wir leben in einer immer stärker wachsenden hedonistischen Gesellschaft, die ihre Genüsse, Freuden und Lüste auslebt. Beispielsweise die Kitkatclubs – und deren anderweitige Ausdehnung deutschlandweit. Es gibt kaum mehr eine Stadt, in denen nicht solche Partys mit großem Zulauf stattfinden.

Nach meinen Recherchen in der Szene schreiben aber – im Gegensatz – zum Hedonismus – einige Besucher solcher Partys von Sinnentleerung, tiefer Einsamkeit, kaum mehr anderen Wegen zu ihren Gefühlen – und vor allem von tiefen Schmerzen, denen sie sich selber immer wieder aussetzen. Ist unsere Gesellschaft heimlich zu einer hedonistischen SM-Gesellschaft geworden?

bvuBettina Uzler: Hedonismus wird uns vielleicht als Zeitgeist verkauft, wir leben stattdessen allerdings in einer Zeit und in einer Gesellschaft, in der Sexualität und Beziehung wie eine Ware an jeder Ecke feilgeboten werden. Mit Genuss, Überschwang und Lebensfreude hat dies in der Regel herzlich wenig zu tun. Die Anzahl der Singles, die verbindliche Beziehungen meiden und sich hin- und wieder (sexuelle) Kicks besorgen, steigt massiv an. Sex wird dort zur Verdienstquelle und zum beliebten Konsumartikel, wo Menschen sich abgeschnitten und fremdbestimmt fühlen und eben nicht so einfach mit anderen in Beziehung treten können.

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