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Jürgen Christ
Die Artikelserie zum Thema ‘Bindungsangst, Beziehungsangst’ ist nun auch als Dossier im Format PDF bei uns erschienen.
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Bindungsangst
Ein Dossier aus einer Artikelserie zum Thema 'Bindungsangst', in der Herausgeber Jürgen Christ 12 Fragen an die Psychotherapeutin und Buchautorin Stefanie Stahl stellte. Format: PDF, 33 Seiten.
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» Datum: 3. März 2012 (letzte Aktualisierung)
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Jürgen Christ

Herzschmerz.
Foto von: Simone Hainz, pixelio.de
In unserem vorletzten Teil der Serie über Bindungsangst veröffentlichen wir einen redigierten, zusammen gefassten und genehmigten Beitrag von einem Nutzer des Online-Forums Nexusboard – ein Forum für Bindungsangst, Verlustangst und Eifersucht.
Diese praktischen Tipps helfen Partnern bei Trennungen – nicht nur von bindungsängstlichen Menschen. Egal, ob von einer Frau – wie in diesem Falle – oder von einem Mann: “Was zählt, bist DU!”
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Jürgen Christ
Welche Hoffnung möchten Sie persönlich Partnern oder Ex-Partnern von Bindungsängstlichen – nach einer Trennung – mit auf ihren Weg geben? Nach Erich Fromm gehört zu einem authentischen Leben: Glaube und Mut, oder?
Stefanie Stahl: An Liebeskummer stirbt man nicht. Der verheilt mit der Zeit. Und dies umso schneller, je weniger Selbstmitleid man sich gönnt. Man sollte im Auge behalten, dass Liebeskummer viel mit persönlicher Kränkung zu tun hat, will heißen: War ICH nicht schön, toll, gut genug? Zu 90% weint man um sich selbst. Es geht also gar nicht so sehr um den oder die Angebeteten, wie man es zu fühlen meint. Ein wesentlicher Anteil der Leidenschaft für Menschen, die man nicht bekommen kann, ist, dass man sie nicht bekommen kann.
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Jürgen Christ
Stefanie Stahl: Sex ist deshalb in bindungsphobischen Beziehungen oft so ein wichtiges Thema, weil die betroffenen Partner sich nie sicher fühlen. Es ist wie eine ständige Neueroberung: Die Unsicherheit und Angst befeuert die Leidenschaft. Bei den Bindungsängstlichen selbst muss das hingegen nicht unbedingt so sein – sie befinden sich ja häufig auf der Flucht.
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Jürgen Christ
Das Hormon Oxytocin wird auch als Bindungs- oder Kuschelhormon bezeichnet. Gibt es künstliches Oxytocin, das die Bindungsangst verringern könnte? Oder kann man die Oxytocin-Ausschüttung selbst manipulieren und damit die Bindungsangst verringern, beispielsweise durch Massagen, Licht, Singen, Reittherapie, Tanzen, Theater spielen, Yoga, Meditation oder mit Klängen wie von Klangschalen?
Dazu habe ich den Arzt Dr. Dr. Herbert Mück – Mitautor der Liebesfibel – sowie unsere Interviewpartnerin, Psychotherapeutin und Buchautorin Stefanie Stahl befragt:
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Jürgen Christ
Ist Bindungsangst heilbar? Besteht Hoffnung? Oder ist Bindungsangst – ähnlich wie Abhängigkeit – unheilbar und kann nur zum Stillstand gebracht werden? Kontrolliertes Trinken ist für einen alkoholkranken Menschen ja auch unmöglich, verhält es sich mit der Bindungsangst ähnlich? Kann ein bindungsängstlicher Mensch sich überhaupt jemals binden – oder gibt es auch Bindungsängstliche mit unheilbarem Hirnschaden?
Stefanie Stahl: Wenn der Bindungsängstliche motiviert ist, an seinem Problem zu arbeiten, kann man schon eine Menge bewirken. Allerdings haben die größeren Erfolgschancen jene, die auch einen persönlichen Leidensdruck verspüren. Das sind zumeist jene, die auch tatsächlich ihre Ängste als solche fühlen. Diejenigen hingegen, die eher Gleichgültigkeit in Bezug auf ihren Partner und Liebesbeziehungen im Allgemeinen empfinden, weisen weniger Leidensdruck auf und sind auch therapeutisch schwerer zu erreichen. Die Bindungsängstlichen vom gleichgültigen Typus haben allgemein wenig Zugang zu ihren Gefühlen. Ihre emotionale Amplitude ist flach. Dies erschwert die therapeutische Veränderung. Allerdings kann man auch bei ihnen noch einiges bewirken.
Lesen Sie im nächsten Teil, der am Montag erscheint:
“Kann das Hormon Oxytocin gegen Bindungsangst helfen?”
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Jürgen Christ
Offenbar mangelt es bindungsängstlichen Menschen an Selbstwertgefühl. Wie kann man das eigentlich lernen?
Stefanie Stahl: Oh je, diese Frage ist so komplex, das ich ein ganzes Buch hierüber geschrieben habe. Wichtig ist, dass man sich mit seinen Schwächen akzeptiert und nicht ständig einem Idealselbst hinterherläuft, nach dem Motto: Ich muss noch schöner, klüger und fähiger werden. An dieser Selbstakzeptanz muss man arbeiten, diese stellt sich natürlich nicht bloß durch einen guten Vorsatz ein.
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