Liebe (mit-)teilen

Foto: Gerhard Hermes / pixelio.de
Foto: Gerhard Hermes / pixelio.de

Liebe fühlt sich gut an, man wünscht sich in solchen Momenten, dass sie nie vergeht. Aber was ist das eigentlich – Liebe? Liebe, so jedenfalls ist bekannt, lebt nicht nur im Herzen und im Magen, durch den bekanntlich die Liebe geht, es ist vor allem der Solarplexus, in dem man die Liebe spürt. Er vibriert, wenn man liebt, vor allem, wenn man frisch verknallt ist. Das zum Körpergefühl.

Liebe ist also „toll“, macht uns verrückt, ein „gutes“, scheinbar positives Gefühl, das uns regelrecht verzaubert. Ist das aber wirklich Liebe? Spüren wir nicht wesentlich mehr Gefühle, etwa auch Angst, Wut, Schmerz und Traurigkeit, wenn wir lieben?

Geteiltes Leid ist halbes Leid – und geteilte Freude doppelte Freude.

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Liebe zu sich selbst und Nächstenliebe

„Wir sind hier, weil es letztlich kein Entrinnen vor uns selbst gibt. Solange der Mensch sich nicht selbst in den Augen und Herzen seiner Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht. Solange er nicht zulässt, dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben, gibt es für ihn keine Geborgenheit. Solange er sich fürchtet, durchschaut zu werden, kann er weder sich noch andere erkennen – er wird allein sein.

Wo können wir solch einen Spiegel finden, wenn nicht in unseren Nächsten? Hier in der Gemeinschaft kann ein Mensch erst richtig klar über sich werden und sich nicht mehr als den Riesen seiner Träume oder den Zwerg seiner Ängste sehen, sondern als Mensch, der – Teil eines Ganzen – zu ihrem Wohl seinen Beitrag leistet. In solchem Boden können wir Wurzeln schlagen und wachsen; nicht mehr allein – wie im Tod – sondern lebendig als Mensch unter Menschen.“

Richard Beauvais (1964)