Polyamorie im Alltag: Alles nur Illusion?

Angenommen, ein Mann hat zwei Frauen. Alle Drei sind einverstanden mit dieser Form der Beziehung. Nun werden aber beide Frauen krank. Der Mann muss sich entscheiden. Oder die Kinder der beiden Frauen haben am selben Tag einen Einschulungstermin in unterschiedlichen Schulen. Schluss mit Polyamorie?

Weinreich 2009 originalWulf Mirko Weinreich: Das hat doch eher etwas damit zu tun, wie man seinen Alltag zeitlich organisiert, als mit der Bindung zwischen den Menschen. Stellen Sie sich vor, Ihre Eltern erkranken zu gleicher Zeit – da würden Sie doch auch nicht fragen: „Kümmere ich mich nun um die Mutter oder um den Vater?“ Natürlich würden Sie sich um beide kümmern, so gut es eben geht. Allerdings braucht es viel Feingefühl, um die Balance zu halten und Ungleichgewichte auszugleichen. Manchmal ist der Tag natürlich zu kurz.


Über unseren Interviewpartner:

Wulf Mirko Weinreich, Jahrgang 59, ist in eigener Praxis in Leipzig tätig. Er arbeitet vor allem mit Interventionen der Humanistischen, Systemischen und Transpersonalen Psychotherapie sowie spirituellen Methoden als Einzel- und Paartherapeut.

 


Lesen Sie im nächsten Teil:

Ist Polyamorie nicht eher eine Flucht vor einer festen Bindung, vielleicht steckt gar eine Bindungsangst dahinter? Oder es tauchen Probleme in einer Beziehung auf und man wählt statt Kommunikation Polyamorie? Kann man eine bestehende Beziehung umwandeln?

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