Drei Frauen gleichzeitig lieben – und dabei treu sein?

Foto: D. Kreikemeier, pixelio.de
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Vor einiger Zeit hatte ich ein Liebesverhältnis mit drei Frauen gleichzeitig. Klingt für manche Männer wie ein Traum, oder? Ein sehr ungewöhnliches Erlebnis, das ich niemals vergessen werde – und ein schönes Beispiel für die unterschiedlichen Facetten der Liebe.

Eine der drei Frauen hatte seit vielen Jahren einen festen Freund. Sie wollte ihn nicht verlieren – und auch im Bett lief mit ihm alles noch bestens. Aber die reine Wochenendbeziehung reichte ihr nicht. Der Freund wusste nichts von ihrer Untreue. Die anderen beiden Frauen hingegen waren solo.

Alle drei Frauen wussten voneinander – ohne sich zu kennen. Alle drei Frauen hatten – neben mir – noch weitere Sexabenteuer über so genannte „Casual Dating Portale“ wie joyclub.de, von denen ich wusste. Wir hatten das vorher besprochen – und so akzeptiert.

Alle drei Frauen lebten zwischen 50 und 150 Kilometern entfernt. So dass die Kommunikation zwischen uns nicht immer einfach war. Die Entfernung stellte erhöhte Anforderungen an die Kommunikation: klar und offen zu kommunizieren, keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Nicht immer einfach, zugegeben.

 

Körperliche Nähe ist ein menschliches Grundbedürfnis

Foto: Jorma Bork, pixelio.de
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Ich liebte alle drei Frauen innig, ohne eine feste Beziehung mit ihnen zu haben, ohne sie besitzen zu wollen – und umgekehrt ebenso. Aber ich war ihnen treu, wenn das Wort Treue in diesem Falle überhaupt passend ist.

Mit den einzelnen Frauen unternahm ich sehr viel, ob wir nun Kirchen oder Denkmäler besichtigten, Essen oder in die Sauna gingen oder mal an die Ostsee fuhren: der Sex stand nicht im Vordergrund, aber er war ein wesentlicher Bestandteil unseres Liebesverhältnisses.

Emotionale Offenheit ist ein weiteres menschliches Grundbedürfnis

Neben der körperlichen Nähe und gemeinsamen Unternehmungen stand vor allem eine emotionale Offenheit im Vordergrund – ein weiteres menschliches, wichtiges, und leider in unserer Gesellschaft vernachlässigtes Grundbedürfnis. Wir redeten manchmal stundenlang miteinander, teilten nicht nur unsere Freude, sondern auch unser vergangenes Leid, Schmerzen, Ängste und Traurigkeit – tagsüber und vor allem nicht im Bett! Aber in erster Linie die Liebe.

Mich hat diese Zeit gelehrt, dass Liebe und Treue nicht unbedingt zusammen gehören müssen, um glücklich zu sein. Dass Loslassen und weg vom Klammern sowie von Idealvorstellungen eher hilfreich sein kann, als schmerzhaft.

„Offene Beziehungen“: Nicht jedem Menschen empfohlen

Mit allen Frauen habe ich Zärtlichkeit, Geborgenheit, Wärme, Herzlichkeit, Offenheit und Ehrlichkeit sowie viel Lebensfreude genossen – für mich wesentliche Bestandteile der Liebe, statt Idealvorstellungen und falschen Versprechen hinterher zu laufen – wie ein Esel hinter der Mohrrübe.

Gewiss, mit 25 oder 35 wäre ich vermutlich rasend vor Eifersucht auf die anderen Männer geworden – aber mit zunehmender Reife verändern sich die Erwartungen und das Verständnis an eine Beziehung.

Ich möchte Untreue und parallele Liebesbeziehungen daher nicht unbedingt jedem Menschen empfehlen – aber es kann eine sehr lehrreiche Erfahrung sein, um Kontrollwahn, Eifersucht und Besitzdenken zu überwinden. Um dann vielleicht eine – für sich selbst – neuartige, glückliche und zufriedene Partnerschaft zu entdecken.

Bei den heutigen Gedanken zum Tag erinnere ich mich an diese wundervolle Zeit der „besitzlosen Liebe“, (weitestgehend) frei von Eifersucht, Missgunst und Ärger, denn wir hatten in dieser Zeit nicht einen einzigen Streit.

Kontrollierst Du Deinen Partner oder Deine Partnerin? Bist Du ständig eifersüchtig?

Nutzt Du etwa Untreuetestportale, kontrollierst heimlich sein oder ihr Handy, oder gar die E-Mails?

 

In Liebe für S., P. und D. geschrieben.

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