Projektionen in Liebesbeziehungen: Mein Partner als Spiegeldbild

Bei manchen Beziehungskonflikten machte ich meiner Partnerin Vorwürfe und war wütend auf sie. In Wirklichkeit aber war die Kritik an mich selbst adressiert, etwas störte mich an mir selbst oder ich hatte mich über eine andere Personen geärgert, vielleicht sogar über eine Ex aus der Vergangenheit.

Auch erlebte ich, dass sich eine Ex-Partnerin plötzlich bei mir meldete und mir erneut Vorwürfe machte, mich kritisierte – obwohl sie in Wirklichkeit wütend auf ihren Neuen war.

Oder, dass die neue Affäre plötzlich heftig auf mir rumhackte, obwohl kein Grund existierte. Später stellte sich heraus, dass sie immer noch wütend auf ihren Ex war.

Oder, dass ich etwas ganz bestimmtes an einer neuen Frau liebte, später dann realisierte, dass ich genau das an mir selber liebe – und die neue Frau in Wirklichkeit gar nicht zu mir passte.

Psychologen sprechen in solchen Fällen – als Laie formuliert – von „Projektion“. Zu diesem Thema stieß ich vor einigen Jahren im Internet mal auf die „4 Spiegelgesetze“. Ich kenne den Urheber leider nicht, aber die „4“ kursieren seit vielen Jahren im Netz und werden immer wieder gerne zitiert.

Diese vier einfachen „Richtlinien“ helfen bei negativen – oder auch positiven – Gefühlen für andere Menschen, vor allem für den Lebenspartner, zu erkennen, ob nicht eine Spiegelung stattfindet. Vielleicht erkennst Du Dich selbst wieder und vermeidest damit Ärger, Streit – oder gar falsch verstandene Liebe.

Hier die „4 Spiegelgesetze“, sprachlich nur ein wenig von mir angepasst:

 

Die „4 Spiegelgesetze“ – Projektion in einer Partnerschaft, Liebesbeziehung

1. Alles, was mich am anderen Menschen stört, ärgert, aufregt und in Wut geraten lässt und ich anders haben will, habe ich selbst in mir. Alles was ich am anderen Menschen kritisiere und bekämpfe oder verändern will habe ich in Wahrheit in mir und ich hätte es gern bei mir anders.

2. Alles, was der andere Mensch an mir kritisiert, bekämpft und verändern will und wenn mich das dann verletzt, mein Ego beleidigt, betrifft es mich – ist dies in mir und nicht gelöst.

3. Alles, was ein anderer Mensch an mir kritisiert und mir vorwirft oder anders haben will und bekämpft – und mich dies nicht berührt, ist sein eigenes Bild, sein eigener Charakter, seine eigenen Unzulänglichkeiten, die er auf mich projiziert.

4. Alles, was mir am anderen Menschen gefällt, was ich liebe an ihm, bin ich selbst, habe ich selbst in mir und liebe dies im anderen Menschen. Ich erkenne mich im anderen Menschen wieder – wir sind in diesen Punkten eins.

PS: Unser Partner (oder Ex-Partner) ist eben unser Spiegelbild – und nach Ansicht von Dr. Barbara Kiesling die „freie Partnerwahl nur eine Illusion„.

 

Wann habe ich meinem Partner zuletzt Vorwürfe gemacht, ihn kritisiert – und in Wirklichkeit habe ich mich über mich selbst geärgert? Was liebe ich an meinem Partner – oder habe an meinem Ex-Partner geliebt?

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