Die Sache mit dem Bauchgrummeln, dem Herzschmerz … – und der Psychosomatik

Foto: Gerd Altmann, pixelio.de

Hätte ich besser frühzeitig auf mein Bauchgrummeln gehört. Das hätte mir viel Schmerz in der letzten Beziehung erspart. Künftig läuft das anders!

Hinterher ist man immer schlauer …

Unser Körper bietet ein umfassendes Warnsystem für den Fall der Fälle, wie nachfolgende Geschichte zeigt.

Hilft unser Wissen aber wirklich – oder spielt uns die Natur immer wieder nur einen Streich?

Hormone stärker als Bauchgrummeln ?

Es klingt doch so einfach und einleuchtend! Wird beim nächsten Mal denn wirklich alles anders? Gerade in den kommenden Wochen und Monaten?

Der Frühling ist da! Und mit den Frühlingsgefühlen haben viele Singles auch wieder den Wunsch, einen Partner zu finden.

Anfänglich mag er oder sie noch attraktiv und anziehend wirken. Lässt man sich aber bei manch neuem Partner im Laufe der Zeit nicht eher auf immer mehr innere Kompromisse ein, auch wenn der Bauch sich schon längst gemeldet hat?

Liebe macht ja bekanntlich blind – und geht gleichzeitig durch den Magen. Wer möchte denn schon dieses angenehme Gefühl so schnell wieder missen?

Es ist aber nicht immer nur der Magen, der vor sich hin grummelt und uns „Achtung!“ sagen möchte. Der Körper bietet ein großes Repertoire an Warnsignalen. Vom Herzschmerz bis zur Nase, die man schon mal voll hat.

Wenn eine Beziehung schmerzt

Ich lernte vor gar nicht allzu langer Zeit eine attraktive, interessante Frau kennen.

Wir ließen uns Zeit, bis es eines Tages funkte und sich eine leidenschaftliche Beziehung entwickelte.

Alles schien zu passen.

Nach außen wirkte alles wunderschön, nur spürte ich mit der Zeit nicht nur ein Brauchgrummeln, mein ganzer Körper spielte verrückt. Ich wurde immer häufiger krank – von Fieber, Magenschmerzen, Erbrechen, Kopfschmerzen, Migräne, Zahnentzündung bis zu unerträglichen Rückenschmerzen am Ende der Beziehung.

Wenn Liebe brennt, verbrennt sie vielleicht. Foto: Bernd Kasper, pixelio.de

Von Beginn an verlief die Beziehung zu schnell, obwohl wir vorher schon eine kleine Freundschaft pflegten, uns Zeit gelassen hatten.

Doch nur wenige Tage nach dem überspringenden Funken brachte sie ihre Familie (Eltern, Kind) mit ins Spiel – mit vielen ungelösten Problemen. Ihr Leben: ein einziges Chaos.

Und wir hatten Beide, wie sich schnell herausstellte, sehr unterschiedlichen Erwartungshaltungen an eine Partnerschaft – ihr fehlte es beispielsweise an Konfliktbewältigungsstrategien.

Desto enger die Beziehung wurde, desto häufiger fing sie wegen Nichtigkeiten einen nicht mehr endenden Streit an, der schließlich mit ihrer Flucht aus der Beziehung endete.

Sie und ich, wir veränderten uns scheinbar mit dem fortschreiten der Beziehung.

Sie entsprach sehr schnell nicht mehr dem Bild, das ich von ihr hatte und das sie von sich selbst erzeugte. Der Lack war sprichwörtlich irgendwann ab.

Wir passten im Alltag nicht zusammen – und nur noch das Bett wurde zur Insel des Friedens. Sie zeigte immer mehr Angst vor einer festen Bindung – sie litt unter Bindungsangst.

Bei der ersten Trennung schrieben wir uns noch E-Mails, in denen wir Einsicht zeigten, eben, dass es nicht funktioniert.

Dennoch fanden wir immer wieder zusammen. Wir konnten weder „mit“, noch „ohne“ den Anderen. Es war pure Leidenschaft. Und irgendwann mehr Leid als Liebe.

Manche Paarkonstellationen funktionieren einfach nicht

Auch wenn ich meine Ex heute immer noch für einen interessanten Menschen und vor allem für eine attraktive Frau halte, weiß ich nun mit etwas Abstand, dass mein Körper bereits sehr frühzeitig die richtige Wahl getroffen hatte.

Mein Körper teilte mir mit, dass aus der Liebe nur Schmerz, aber keine weitere Liebe wachsen würde.

Sie kann ich nicht ändern, sie belassen, wie sie ist – oder wie die Kölner sagen: „Leben und leben lassen.“ Ich mag meine Ex und werde das immer so für sie empfinden. Nur halt ohne mich als Lebenspartner.

Es gibt gewisse Beziehungskonstellationen, die einfach zu bestimmten Zeiten nicht oder gar niemals funktionieren.

Egal wie viel man schraubt, bastelt, dreht und wendet.

Denn irgendwann gibt es mehr Kompromisse als Selbstakzeptanz. Und Kollege Rücken gibt dann sein Veto: „Nein, so nicht, das war’s!“

„Wenn es verletzt, ist es keine Liebe“

„Hätte ich nur auf mein Bauchgrummeln gehört …“

Es klingt so einfach, ist es aber nicht, weil leidenschaftliche Liebe eben schnell blind machen kann. Da helfen selbst die besten Ratschläge nicht.

Hoffentlich ergeht es Euch im Frühjahr anders und Du findest den passenden Partner!

Und, naja, den Tipp mit „Höre besser auf Deinen Bauch“, den erspare ich mir an dieser Stelle. Höre besser auf Deinen Körper! Der ist oft schlauer als der Kopf.

Ein einfacher Tipp von Dr. Chuck Spezzano, Psychotherapeut und erfolgreicher Buchautor: „Wenn es verletzt, ist es keine Liebe.“

Wenn Du mehr über psychosomatische Symptome wissen möchtest, was Redewendungen wie „Mir läuft die Galle über“, „ich habe die Nase voll“, „Schiss haben“ oder „Eine Wut im Bauch haben“ bedeuten, empfehle ich Dir den Artikel „Wenn die Seele durch den Körper spricht. Was ist Psychosomatik?“ von Dr. Hans Morschitzky, Klinischer und Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut aus Linz.


Wenn Du mehr über Beziehungskonstellation wissen möchtest und an Astrologie und Sternzeichen glaubst, findest Du in diesem Helpster-Artikel weitere Informationen.

PS: ich glaube zwar nicht so recht daran, muss aber zugeben, dass es nach meinen bisherigen Erfahrungen für mich zutrifft, was dort steht 🙂

4 Gedanken zu „Die Sache mit dem Bauchgrummeln, dem Herzschmerz … – und der Psychosomatik“

  1. Sie haben sehr anschaulich den Werdegang ihrer Beziehung beschrieben. Manche Menschen können sich gut anpassen. Andere weniger gut. Ich denke, das hat auch mit dem Alter etwas zu tun. Ein junger Mensch ist noch nicht so in Spuren eingefahren. Seine Gewohnheiten sind noch nicht fest zementiert.Alles ist noch im Fluß. Man ist noch anpassungsfähiger und kompromissfähiger. Wenn ich mir in Singlebörsen Profile von Frauen über 40 ansehe: da ist nicht viel von Anpassungsfähigkeit zu spüren. Da lese ich oft „Ich bin ich“ oder „Ich werde mich für keinen Mann verbiegen“. Darüber zu urteilen steht niemandem zu. Jeder Mensch ist ein Inidivuum mit dem Recht auf volle Selbstbestimmung. Darin liegt wohl die Ursache dafür, dass es in unserer Gesellschaft mehr und mehr Singles gibt. Damit sind nicht die Singles unter 25 gemeint. Sondern die, die schon etwas hinter sich haben.

  2. Hallo Lothar,

    klar, jeder Mensch hat das Recht auf Selbstbestimmung. Aber viele Singles wünschen sich eine erfüllte, zufriedene, vertrauensvolle und auch erotische Partnerschaft – und wundern sich, warum es nicht klappt bzw. schieben es immer auf den oder die Ex.

    Es geht hierbei vor allem um Verantwortung, wie ich in einem anderen Artikel schrieb. Solche Menschen sind verantwortungslos.

    LG. Alex

  3. Der Text stimmt nachdenklich, aber warum machen wir uns so viele Gedanken um eine Beziehung? Haben wir Angst davor ?Sind wir vielleicht gar nicht Beziehungsfähig? Doch sind wir, denn der Mensch ist nicht zum Alleinsein geboren. Aber vielleicht prägt uns unsere Umwelt, unsere Gesellschaft. So richtig habe ich es für mich nicht rausgefunden, aber ich bin der Meinung, wir sollten einer , wenn auch anfangs zögerlichen Annäherung, was gut ist, eine Chance geben und nicht nur auf unsere Unterbewusstsein hören. Einfach zu lassen und bereit sein, das Neue zu erfahren und auszuleben. Mit allen Konsequenzen. Oder will man am Ende doch keine Beziehung eingehen , weil vielleicht noch eine/ein Besserer kommen könnte. Aber wenn ich die ältere Generation anschaue……es muss doch funktionieren. Kompromisse sind dazu da, sie einzugehen.

  4. Geht es wirklich um Kompromisse, Andrea? Liebe kann doch kein Kompromiss sein, oder? Unser Verstand ist das größte Hindernis – und der Bauch der beste Signalgeber. Wir sind nicht zum Alleinsein geboren, und 20 Mio. Singles in Deutschland ist eine erschreckende Zahl. Wir brauchen vor allem Mut, wie Du schreibst, um Neues zu erfahren. Keine Kontrollwut. Weil wir Liebe nicht kontrollieren können, oder? Lassen, belassen, vor allem loslassen von alten, überholten Vorstellungen. Es wird im übrigen immer ein Besserer kommen. Aber dieser Prozess hört niemals auf und wird irgendwann sehr frustrierend. Wie beim Einkauf im Supermarkt. Und, entpuppte sich später als alles besser? Haltbarkeitsdatum? Nachhaltigkeit? Entsorgung?

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