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Können sich Betroffene selber helfen, zum Beispiel durch Information oder durch das Lesen von Büchern? Oder ist immer eine Therapie notwendig?

Das Informieren über die Zusammenhänge, die das partnerschaftliche Leben bestimmen, scheint mir von großer Bedeutung. Anderenfalls würden wir Menschen blind durch die Welt gehen. Das Wissen um die theoretischen Hintergründe ist besonders für diejenigen, die in Abhängigkeitsbeziehungen leben, wichtig, damit sie sich in ihren zeitweilig unverständlichen Reaktionen besser verstehen können. Oft lehnen sich diese Menschen ohnehin schon ab. Wenn sie sich nun auch noch Vorwürfe wegen ihres Verhaltens machen müssten, besteht die Gefahr, dass sie sich selbst immer mehr ablehnen. Das kann zu regelrechtem Selbsthass führen.

Aber auch die Allgemeinheit sollte sich informieren. Es gibt leider noch viele Menschen, die den Betroffenen in Abhängigkeitsbeziehungen kopfschüttelnd gegenüberstehen und so lapidare Statements abgeben wie: „Sollen sie sich doch trennen! Da kann man ja kein Verständnis haben.“ In solchen Aussagen spiegelt sich vermutlich nicht nur Ignoranz, sondern auch Abwehr wider. Möglicherweise spielt hier deren eigene Angst, sich mit den schmerzlichen Hintergründen zu befassen, eine Rolle.
Es ist ohnehin noch viel Aufklärung nötig. Aus diesem Grund finde ich das Engagement der „LIEBESFIBEL“ außerordentlich gut und lobenswert. Die Redaktion übernimmt eine wichtige Aufgabe.

Leider führt das theoretische Wissen nicht automatisch auch zur Heilung. Selbst ernstgemeinte Versuche, sich selbst zu helfen, scheitern meist an den Abwehrmechanismen. Diese halten schmerzhafte Gefühle von uns Menschen fern. Das heißt, wenn jemand unbedingt die Ursachen seines Scheiterns in „Liebesbeziehungen“ erforschen möchte, werden die Abwehrmechanismen ihn daran hindern. Und zwar so lange, bis er in der Lage ist, die schmerzhaften Gefühle aushalten zu können, die bislang noch in der Verdrängung auf ihre Befreiung warten.

Vielleicht ist das aber schon bald gar nicht mehr nötig. In letzter Zeit haben sich zahlreiche Therapiemethoden durchgesetzt, mit denen es möglich ist, Traumata und Blockaden unter Umgehung des Bewusstseins aufzulösen. Hierzu gehören sämtliche Körpertherapien.

*** Ende der Serie ‘Beziehungsabhängigkeit’ von Dr. Barbara Kiesling ***

…. zurück zu Teil -1- der Serie: “Kann Liebe überhaupt krank machen?

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Hinweise zu medizinisch-therapeutischen und sozialen Nebenwirkungen.

2 Kommentare zu “Beziehungssucht: Selbstheilung oder Fremdtherapie?”

  1. Corneliaam 08.05.2009 um 10:08

    Sehr geehrte Frau Dr. Kiesling,

    endlich verstehe ich mich etwas besser. Können Sie mir eine geeignete Therapeutin in Stuttgart empfehlen.

    Viele Grüße

    Cornelia

  2. Jürgenam 08.05.2009 um 17:17

    @Cornelia,

    ich habe Ihren Kommentar per Mail an Frau Dr. Kiesling, die als Gastautorin in diesem Blog schrieb, weitergeleitet.

    Da Frau Dr, Kiesling sehr beschäftigt ist, kommen Sie vielleicht schneller zum Ziel, wenn Sie unter Links – http://liebesfibel.de/links/#sucht – nachschauen. Dort finden Sie nicht nur entsprechende Links zu Fachkliniken, sondern auch den Link zum Verband Deutscher Psychotherapeuten.

    Viele Grüße
    Jürgen

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