Beziehungsalltag: Aufmerksamkeit in Liebesbeziehungen

3 Rosen reichen…
Foto: von mir

Im Beziehungsalltag nehmen wir vieles so selbstverständlich hin. Routine kehrt irgendwann ein, was Vor- aber auch Nachteile mit sich bringt.

Manche Menschen haben allerdings nach meiner Erfahrung eine völlig weltfremde Vorstellung von einer Partnerschaft, die eher einem Frauenmagazin oder romantischen Buch entnommen sein könnte

Ich selbst mag es, einer Frau, die ich liebe, regelmäßig Blumen zu schenken oder sie tagsüber völlig unerwartet in den Arm zu nehmen, um ihr zu sagen, wie hübsch sie ist. Kleine Aufmerksamkeiten eben, die keiner großen Arbeit bedürfen.

Aber immer wieder beobachte ich in meinem Alltag, wie Männer als auch Frauen Dinge in ihrer Beziehung als völlig normal hinnehmen – und ihren Partner eher wie eine Zahnbürste behandeln, der man ja auch keine besondere Aufmerksamkeit mehr schenkt.

 

Komplimente – ein Privileg für Männer?

Beispiele gibt es viele: Wenn sie einen leckeren Kuchen gebacken hat und Man(n) ihn isst, ohne eine nette Bemerkung zu machen. Oder sie ihn tagsüber nicht mehr in den Arm nimmt und Komplimente macht. Sind denn Komplimente nur etwas für Männer?

Oder wenn einem Mann nicht mehr auffällt, wie hübsch sie sich gemacht hat, vielleicht extra für ihn? Er muss ihr nicht immer aus dem Mantel helfen, das kann eine Frau selbst viel besser.

Aufmerksamkeit setzt Wahrnehmung voraus

Menschen, die meistens entweder nur in der Vergangenheit oder in der Zukunft denken und leben, nehmen die Gegenwart, das „Jetzt“, nicht mehr oder nur teilweise wahr. Aus welchen Gründen auch immer.

Wen wundert’s da, dass sie ihren Partner im Beziehungsalltag kaum oder gar nicht mehr wahrnehmen, zum Beispiel wenn es ihm mal nicht so gut geht, oder wenn der Partner beruflich stark belastet ist und man ihn dann nochmal besonders unter Druck setzt, statt ein klärendes Gespräch mal zu verschieben. Man erwartet Perfektion vom Partner – ohne ihn so zu sehen und zu empfinden, wie er oder sie gerade jetzt ist.

Der perfekte Mann

Ich kenne Frauen, die setzen Aufmerksamkeit nur bei Männern voraus und sind selber nicht bereit, von sich aus etwas zu tun.

Für diese Frauen muss der Partner ein „Mr. Right“, ein Gentleman sein, der stets Komplimente macht, ihr die Türe aufhält, aus dem Mantel hilft, usw., alles nur erdenkliche für sie tut – aber umgekehrt?

Für solche Frauen sollte der männliche Partner ihrer Träume „perfekt“ sein – wobei ich mich immer wieder frage, wie ein „perfekter“ Mann überhaupt sein soll. Der Mann, der keine Fehler und Schwächen hat, ist wohl eher ein perfekter Schauspieler und Lügner – oder ein Computerprogramm oder eine Romanfigur.

Und genau an solche Männer, ich meine die Lügner und Schauspieler, geraten derartige Frauen dann immer wieder, und beklagen sich dann anschließend in ihren Blogs, Facebook-Seiten oder Internet-Foren über diese „fiesen Kerle“. Sie sind aufgrund ihrer Persönlichkeit nicht in der Lage zu erkennen, dass es an ihnen selbst liegt, wenn sie immer wieder den Falschen finden.

PS: Natürlich gibt es auch solche Männer!

„Danke“ – die einfachste Form der Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit und Wahrnehmung gehören zusammen. Wer lernen möchte, den Partner wahrzunehmen und aufmerksam zu sein, muss bei sich selbst anfangen – und wahrnehmen und spüren können. Das trauen sich viele Menschen nicht, ihnen fehlt einfach der Mut, und/oder sie haben Bindungsangst und ziehen eher die Flucht vor, wenn zu viel Nähe und die ersten Konflikte in einer Beziehung auftreten.

Nach meiner Ansicht ist es in einer Zweier-Beziehung elementar wichtig und aufmerksam, dem Partner öfters mal „Danke“ zu sagen. Dafür, was er tut. Dafür, dass es ihn gibt. Dafür, dass man glücklich mit ihm ist. Dafür, wie aufmerksam er ist. Aufmerksamkeit ist eben ein Geschenk.

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